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Praktische Reiseinformationen

Einige nützliche Hinweise

Formalitäten

Zur Einreise nach Ägypten benötigt man einen Reisepaß, der noch mindesten sechs Monate nach dem vorgesehenen Rückreisedatum gültig sein muß (sollten Sie also im April einen einmonatigen Urlaub antreten, muß der Paß bis November gültig sein). Das Visum wird innerhalb von vierundzwanzig Stunden vom Konsulat in Bonn ausgestellt, kann aber auch noch während der Zollformalitäten bei der Einreise erteilt werden. Für Aufenthalte, die länger als einen Monat dauern, ist beim Mogamma am al-Tahir-Platz in Kairo eine Verlängerung des Visums zu beantragen.

Ägypten-Besucher sind verpflichtet, sich innerhalb von sieben Tagen nach Grenzübertritt registrieren zu lassen. In der Regel erledigt das Hotel diese Formalität. Der Individualreisende muß eine Polizeistation bzw. ein Paßbüro (Kairo: Paßbüro im Mogamma-Gebäude, Alexandria: Passport Regional Office, 28 Sh. Talaat Harb) aufsuchen. Tut man das nicht, droht eine saftige Geldbuße.

Ägypten verlangt keine Impfbestätigung, außer von Reisenden, die aus cholera- oder gelbfieberinfizierten Ländern kommen. Dennoch wird die Impfung gegen Kinderlähmung und gegen Tetanus empfohlen, vor allem, um die Hotelschwimmbäder ungestört genießen zu können.

Anreise

Welche Reiseveranstalter Ägypten im Programm führen, ist beim Ägyptischen Fremdenverkehrsamt in Frankfurt bzw. in jedem Reisebüro zu erfahren. Pauschalarrangements bzw. Club-Aufenthalte mit oder ohne Kreuzfahrt kommen nicht notwendigerweise preisgünstiger, ersparen aber einigen Ärger und Zeitverlust, etwa durch während der europäischen Ferienzeit häufig überbuchte Flüge und Hotelunterkünfte.

Individualreisenden, die den beschwerlichen Landweg scheuen, bieten Egypt Air, Lufthansa, Swissair und Austrian Airlines regelmäßige Flüge nach Alexandria, Kairo und teilweise auch Luxor.

Eine günstige Anreise stellt die Fährverbindung Venedig (oder Ancona) – Piräus – Alexandria dar. Auskünfte beim Generalagent der Adriatica in der Bundesrepublik: Seetours International, Seilerstr. 23, 6000 Frankfurt/Main 1, T. 069/1 33 32 10, Fax: 1 33 32 54.

Reisen im Land

Egypt-Air fliegt vier- bis sechsmal täglich von Kairo nach Luxor und Assuan. Im Fall einer Individualreise ist es ratsam, von Europa aus oder gleich nach der Ankunft in Ägypten zu buchen und sich seinen Flug lieber zweimal als einmal bestätigen zu lassen. Von Assuan aus gehen mehrere Verbindungen täglich nach Abu Simbel. Außerdem gibt es Flüge von Kairo nach Alexandria, Hurghada, Mersah, Matruth, Khargeh und St. Kahtarina. Der Sinai und Israel sind durch Air Sinai an Kairo angeschlossen.

Die Züge nach Alexandria sind schnell und komfortabel. Die Betreiber der Schlafwagengesellschaft bringen Reisende über Nacht bequem nach Luxor oder Assuan. Buchungen nimmt man am Hauptbahnhof, Midan Ramses, oder bequemer noch in den Reisebüros der Stadtmitte vor.

Vom Midan al-Tahrir verkehren Busse zu den großen und kleinen Städten des Deltas und Oberägyptens. Sie sind billig, aber der Komfort variiert je nach Fahrziel; dafür kommt man mit der Bevölkerung in Kontakt.

Taxis stellen in der Stadt recht preiswerte und überhaupt das beste Fortbewegungsmittel dar. Entweder als einzelner Fahrgast oder, für längere Strecken, zusammen mit anderen kann man es sich immer leisten. Die ägyptischen Taxifahrer pflegen einen recht »sportlichen« Fahrstil, was schon mehr als einen Fahrgast das Fürchten gelehrt hat.

Die bekannten Mietwagenfirmen Hertz, Avis und Eurocar sind in den großen Hotels Kairos vertreten. Ein internationaler Führerschein ist erforderlich. Dieselben Firmen bieten aber auch Autos mit Fahrer an, was unter Umständen recht nützlich sein kann: der Straßenverkehr – theoretisch fährt man auch in Ägypten rechts – beweist auf eine gefährliche Art und Weise Lokalkolorit. Disziplin ist unter den Fußgängern ein Fremdwort, häufig laufen Hammelherden herum, Hindernisse zu überholen ist ein gefährliches Unterfangen, Nebenstraßen sind von höchst zweifelhafter Beschaffenheit und die Straßenschilder ausschließlich auf Arabisch beschriftet. Wollen Sie trotz allem immer noch ans Steuer, fahren Sie langsam, nur tagsüber und bedenken Sie, daß es verboten ist, ihren Wagen nachts auf den Oasenstraßen und entlang der Küste des Roten Meeres zu lenken.

Um ausgedehnte historische Stätten auf eine möglichst wenig ermüdende Weise zu besichtigen, kann man ein Kamel oder einen Esel mieten, ohne sich deshalb lächerlich zu machen.

An touristischen Orten wie Luxor oder Assuan wäre es schade, keine Feluken-Fahrt zu unternehmen. Eine einzige Vorsichtsmaßnahme: handeln Sie den Preis im Voraus mit Ihrem Fährmann aus und präzisieren Sie gegebenenfalls, ob die Verpflegung inbegriffen ist oder nicht. Individualkreuzfahrten werden von den Kairoer Reisebüros je nach freien Plätzen angeboten: ein Risiko ohne Garantie. Klären Sie solche Dinge besser noch vor Ihrer Abfahrt nach Ägypten ab.

Für Abstecher jenseits der befestigten Straßen, d.h. abseits der klassischen Wegstrecken durch das Niltal, nimmt man am besten den Bus, der die Oasen und Städte des Deltas anfährt, oder besser noch ein Taxi oder Mietauto. Manche Reisebüros kümmern sich um ein Fahrzeug, besonders für die Fahrt zum Sinai und entlang der Küsten des Roten Meeres.

Geld

Das ägyptische Pfund ist in hundert Piaster unterteilt. Angesichts der Inflationsrate hat es gar keinen Sinn, seinen Umrechnungskurs anzugeben. Schauen Sie am besten in einer Tageszeitung nach. Banken haben in Ägypten nur vormittags geöffnet, aber die Wechselschalter der großen Hotels bedienen Sie den ganzen Tag über. Schwarztauschen ist verboten.

Auch wenn Pauschalreisen nach Ägypten teuer sind, so ist das Leben im Land doch recht preiswert.

Man sollte stets genügend Kleingeld dabeihaben, denn Bakschisch ist hier gang und gäbe. Falls Sie es aus Versehen vergessen haben sollten, werden Sie garantiert daran erinnert; selbst von den Kindern, die Ihnen ungefragt kleinere Dienstleistungen erbringen. Ein paar Piaster für eine gesäuberte Windschutzscheibe kann man einfach nicht verweigern.

Immer häufiger sind die Preise festgesetzt, aber es lohnt sich auch weiterhin, um den Tarif einer Feluke oder den Preis einer Ware auf dem Bazar zu feilschen. Und sei es auch nur, um sich den Bräuchen anzupassen und nicht als dummer, hochmütiger Tourist zu erscheinen.

Sprache

Amtssprache ist Arabisch, das sich von dem im Maghreb gesprochenen so stark unterscheidet, daß man sich gegenseitig kaum versteht. In der Verwaltung und in vielen Geschäften spricht man auch englisch; Französisch ist und bleibt die Sprache einer kleinen Oberschicht. Radio und Fernsehen strahlen täglich Sendungen in englischer, französischer – ersteres auch in deutscher – Sprache aus. In Kairo findet man mit einiger Verspätung auch die europäische Presse.

Klima

In klimatischer Hinsicht ist der Winter die beste Reisezeit, aber deshalb eben auch touristische Hochsaison.

Diejenigen, denen Hitze und Trockenheit – außer in Kairo und im Delta – nichts anhaben können, sollten darum besser im Sommer nach Ägypten reisen: die Hoteltarife sind niedriger als in der Hochsaison, und der Touristenstrom weniger ausgeprägt, obwohl sich der Unterschied zum Winter zu verwischen beginnt. Zu dieser Jahreszeit hat man aber die besseren Aussichten, am Eingang zu den Pyramiden nicht Schlange stehen zu müssen, und die Gräber des Tals der Könige sehen einer U-Bahn-Station nicht zum Verwechseln ähnlich. Am allerbesten steht man früh auf und besichtigt die Stätten vor den heißen Mittagsstunden.

Im Herbst, vor allem im November, empfinden Europäer das milde Klima als besonders angenehm, und die Tage sind noch nicht ganz so kurz. Versuchen Sie dennoch, nicht während der europäischen Sommerferien zu verreisen, um sich das Mitschwimmen im Touristenstrom zu ersparen.

Gepäck

Legere, weite Baumwollkleidung eignet sich am besten für die heiße Jahreszeit, Übergangskleidung aus Wollstoff reicht im Winter völlig aus. Es ist überflüssig, viel Wäsche zum Wechseln einzupacken: an jeder Ecke kann man zu Spottpreisen waschen und bügeln lassen. Vergessen Sie Sonnenbrille, Hut und bequeme Halbschuhe für die Wanderungen nicht und verzichten Sie aus Rücksicht auf die Landessitten und ihren persönlichen Frieden auf Kleidung, die man in islamischen Ländern für unsittlich hält: Shorts, Miniröcke, tiefgezogene Ausschnitte. »Oben ohne« ist im Schwimmbad und am Strand verboten, Bikinis werden toleriert.

Versorgen Sie sich mit den gewöhnlich notwendigen Toilettenartikeln, vor allem mit einer Sonnencreme, um unfruchtbare Recherchen vor Ort zu vermeiden. Sinnvoll ist ferner eine gängige Reiseapotheke, darin genügend Mückenspray, ein Mittel gegen Druchfall (das man fast immer braucht) und für den Sommer Chinin.

Nehmen Sie außerdem ein Badehandtuch mit, falls Sie sich der Hotelkategorie nicht sicher sind, ein Halstuch, sofern Sie allergisch gegen Sand und Staub reagieren, sowie Augentropfen (beachten Sie, daß diese nach dem Öffnen nicht mehr lange haltbar sind).

Hygienische Vorsorgemaßnahmen

In Schwimmbecken und an überwachten Stränden kann man bedenkenlos baden, aber möge es auch noch so heiß und die Versuchung noch so groß sein, auf gar keinen Fall in die Kanäle oder den Nil eintauchen, geschweige denn richtig darin schwimmen: neben den häufig gefährlichen Strömungen handelt es sich um Brutstätten der Bilharziose. Am Roten Meer setzen Sie ihren Fuß besser nirgendwo anders hin als auf überwachte Strände, denn es wäre doch höchst ärgerlich, wenn Sie Ihren Urlaub abbrechen müßten, weil Sie auf eine Mine getreten sind.

Das Leitungswasser ist in den großen touristischen Zentren unbedenklich; etwas weniger sauber ist es vielleicht auf den Kreuzfahrtschiffen und von offensichtlich zweifelhafter Qualität auf dem Land. Sofern Sie Verdacht schöpfen, trinken Sie nur noch fest verschlossenes Mineralwasser und meiden Eiswürfel, Sorbets und Speiseeis sowie Rohkost und Meeresfrüchtesalate. Halten Sie sich stattdessen an gekochtes Gemüse und geschälte Früchte.

Unterkunft

Seit den siebziger Jahren hat sich das Hotelangebot stark verbessert, auf alle Fälle in den städtischen Ballungsgebieten und touristischen Zentren (Kairo, Alexandria, Luxor und Assuan). Andernorts halten sich die Verbesserungen in Grenzen. Anzumerken sei, daß die Etap-Kette ein Hotel in Minia und eines in Ismailia eröffnet hat, bequeme Etappen auf einer Reise nach Mittelägypten oder unterwegs zum Sinai und zum Roten Meer.

Feriendomizile am Mittelmeer und am Roten Meer sind bisher nur in begrenzter Anzahl vorhanden: am Mittelmeer Mersah Matruh, Sidi Abd al-Rahman, Agami, Montaza – Vorsicht: die genannten Ferienorte werden im Sommer regelrecht gestürmt – entlang des Roten Meeres Ain Sochana, Hurgheda, Nueiba und Charm al-Scheich.

Sämtliche Hotelkategorien sind in Ägypten vertreten, von Luxushotels (günstiger als in Europa) bis zu einfachen, spottbilligen aber entsprechend schäbigen Unterkünften. Mittelklassehotels fehlen leider oft: bevor man sich über einen mangelhaften Service beschwert, gilt es zu bedenken, daß ägyptische Hotels im europäischen Vergleich durchweg zu hoch eingestuft werden. Im Bereich der internationalen Hotelketten hat man eine reiche Auswahl: Etap, Hilton, Holiday Inn, Hyatt, Intercontinental, Meridien, Mariott, Mövenpick, Novotel, Oberoi, Sheraton. In Kairo wurden die alten Paläste voll angestaubten Charmes, wie das Semiramis oder das Omar Khayam, leider durch moderne, funktionelle, geschmacklos ausgestattete Bauten ersetzt. Das Cecil ist eines der letzten Exemplare mit nostalgischen Anklängen an das alte Alexandria. In Luxor bietet das Winter Palace weiterhin die Schönheit seines üppigen Gartens. Und in Assuan reicht nichts an die Veranda des Katarakts heran, um die milden Abende zu genießen. Das Hotel Amun auf der gleichnamigen Insel ist ein ansprechend renoviertes, kleineres Haus, dem die Felsen des ersten Katarakts einen außergewöhnlichen Rahmen verleihen.

In Ägypten ist der Campingurlaub nur wenig entwickelt: es stehen zwei Plätze in Alexandria und ein dritter unweit von Kairo zur Verfügung. Bleibt noch der Wohnwagen, aber wundern Sie sich nicht, wenn sich alle Kinder eines Dorfes um Sie herum versammeln und Ihr Gefährt wie eine Attraktion bestaunen.

Rechnen Sie nicht damit, privat unterzukommen. Trotz der traditionell herrschenden Gastfreundschaft ist es völlig unüblich, wie z.B. in Griechenland ein Privatzimmer zu mieten. Im übrigen fände man vermutlich nicht die geringsten Annehmlichkeiten vor. Wer abgelegene Stätten oder die Oasen besichtigt, dem bleibt eigentlich keine andere Wahl als die offiziellen Rest-Houses, in denen man mit einer entsprechenden Erlaubnis eine Nacht bleiben kann.

Küche, Restaurants und Cafés

Die ägyptische Küche entspricht jener des östlichen Mittelmeeres mit einigen typischen Gerichten, präsentiert sich aber weniger breit gefächert und weniger raffiniert als im Libanon. Die hoteleigenen Restaurants und Cafeterien servieren fast nur geschmacklose, langweilige, internationale Küche; zu empfehlen sind deshalb die kleinen Lokale, wo man bodenständige Kost vorgesetzt bekommt (versichern Sie sich am besten auf diskrete Art der Sauberkeit der Küche). Fleisch, namentlich Lammfleisch, ißt man als Spieß (Kebab oder Chichkebab), an Festtagen als Meschui oder als Kofta (gewürzte Fleischbällchen). Eine typisch ägyptische Spezialität ist gefülltes Geflügel (Huhn, Ente, Taube). Meeres- oder Nilfische sowie Riesengarnelen gibt es in Spezialitätenrestaurants.

Ägyptisches Nationalgericht ist das Ful, Nahrung der Armen auf der Basis dicker brauner Bohnen, die unterschiedlich angerichtet werden: häufig wird es als Sandwich oder auf einem platten, runden, zweigeteilten Brot zusammen mit Zwiebeln angeboten; man bekommt es so in Vorstadtkneipen. Die für europäische Gaumen ungewohnte Mulachia ist eine dicke, leicht klebrige Suppe und wird aus den gleichnamigen Kräutern gekocht. Man reicht sie mit Reis zu Hase und Huhn.

Schließlich umfaßt der Speisezettel noch eine Vielzahl an Obst und Gemüse.

Ägypter sind Naschkatzen und lieben die traditionellen orientalischen Süßigkeiten: viel Zucker, Honig und Fett. Etwa Konafa, lange, in Fett gebratene Fadennudeln; Um Ali, eine Art verlorenes Brot; Mallabija, Milchreis mit Rosenöl, Zucker, Nüssen und Fetih, ein pfannenkuchenartiger Blätterteig.

In den Straßen bieten kleine Buden frische Obstsäfte feil: Orange, Pfirsich, Zuckerrohr, je nach Saison. Das traditionelle Getränk ist stark gesüßter schwarzer Tee. Als Zeichen der Gastfreundschaft wird mehr oder weniger süßer, zuweilen mit Kardamon aromatisierter türkischer Kaffee gereicht. Neben Karkadetee haben Erfrischungsgetränke aller Art den Markt erobert.

Die Qualität der ägyptischen Weine, Omar Khayam, Pharaon, Ptolemäus, Rubis, ist sehr unterschiedlich. Das landesübliche Bier, Stella, ist leicht und löscht den Durst.

In den Städten kann man Leitungswasser ohne Bedenken trinken, aber, noch einmal: meiden Sie das Wasser auf dem Land, wenn Sie seine Herkunft nicht kennen! Legen Sie sich einen kleinen Vorrat an Mineralwasser zu, falls Sie entlegene Stätten besuchen.

Wenn es auch kaum Restaurants gibt, für die sich ein Umweg lohnt, seien hier doch einige genannt, wo neugierige Gaumen interessante Erfahrungen machen können. In Aboukir: das Zephirion (Fisch und Krustentiere). In Alexandria: das Santa Lucia und das Sea Gull, die Konditorei Pastrudis und das Café Athineos (früher kulinarische Hochburgen). In Kairo: das durch und durch touristische Felfela (wegen des Fuls) und das belebte, volkstümliche Abu Shakra (Kebap). Zu nennen noch das Andrea Pyramides wegen seiner unvergleichlichen Aussicht über die Ebene von Gizah und seine im Freien gegrillten Hähnchen (abends wegen der Mücken besser meiden), die Konditorei Groppi, das Américaine und schließlich das Café Fischawi.

Nachtleben

In den ägyptischen Kinos laufen vor allem Filme auf arabisch oder englisch mit französischen Untertiteln. Im Saal gibt es dabei mindestens so viel zu sehen wie auf der Leinwand. Das arabische Theater ist sehr lebendig; meist werden Boulevardstücke gespielt. Abgesehen vom schönen Konzertsaal Sayed Darwich wurde 1988 eine neue Oper eröffnet, in der ausländische Ensembles gastieren. Alle großen Hotels verfügen über eine Diskothek, wo auf den Plattenteller kommt, was gerade in Mode ist. In denselben Hotels und Nachtclubs kann man orientalische Abendveranstaltungen mit Musik und Bauchtänzerinnen besuchen. Die Spielkasinos von Kairo und Alexandria sind Ausländern vorbehalten.

Einkäufe

Man braucht wohl nicht eigens zu erwähnen, daß Antiquitäten nicht ausgeführt werden dürfen. Abgesehen davon ist es für Laien praktisch unmöglich, einen authentischen Gegenstand zu finden. Und wenn dieser dann noch erschwinglich wäre, käme dies einem Wunder gleich. Aber bei einem Streifzug durch Kairos Trödelläden stöbert man vielleicht einen netten Fund aus der Zeit der Jahrhundertwende auf.

Das lokale Handwerk hat vor allem durch den verstärkten Druck der touristischen Nachfrage viel an Qualität eingebüßt: die Arbeiten aus Kupfer und perlmutteingelegtem Holz sind hingepfuscht, und die Pharaonensouvenirs wie Tut-ench-amun und Nofretete aller Arten schlicht erschreckend. Dafür hat mundgeblasenes Glas durchaus noch seinen Reiz, auch wenn es sehr zerbrechlich ist. Im Stadtviertel Bab Suwela zu Kairo fertigen die Stoffhändler zu Schleuderpreisen allerlei erstaunlich solide Taschen aus bunten Steppstoffen. In Luxor und Assuan läßt sich noch eher als in Kairo mit ein wenig Glück Silberschmuck auftreiben, den früher die Landbevölkerung oder die Berberfrauen trugen. Gold ist hier etwas billiger zu haben als in Europa. Der Bazar von Assuan quillt über vor Gewürzen und Korbwaren. Ein Schneider näht Ihnen in achtundvierzig Stunden eine maßgeschneiderte traditionelle Galabia oder ein Hemd nach westlichem Schnitt. Den einwandfreien Baumwollstoff können sich die Kunden selbst auswählen.

Teppiche aus der Werkstatt Wissa-Wassef werden auf dem Dorfplatz von Harrania an der Straße nach Sakkara feilgeboten, sind aber sehr teuer. Wer sich das nicht leisten kann oder will, gibt sich mit einer zuweilen geglückten Imitation zufrieden, die alle Souvenirläden anbieten.




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